Grünspecht (picus viridis)
Spechte sind die Zimmermänner des Waldes. Sie sind auf kränkelnde Bäume oder totes Holz im Wald angewiesen. Auf Grund der unterschiedlichen Resonanz beim Abklopfen des Baumstammes kann der Specht erkennen, wo er seine Höhle zimmern kann. Der Durchmesser des Baumes muss 40cm betragen damit die Vögel ausreichend Platz haben, daher ist ein solcher Baum ca. 100 Jahre alt. Bevorzugt werden Buchen und Tannen. Alle 3-6 Jahre werden neue Höhlen gebaut, die Vögel unterscheiden Brut- und Schlafhöhlen. Diese Höhlen sind begehrt, Hohltauben, Käuze, Meisenarten, Kleiber, Trauerschnäpper, Fledermäuse, Baummarder, Siebenschläfer sogar gewisse Enten sind abhängig von diesen Höhlen. Man rechnet mit 60 Nachmietern.
Auf dem Golfplatz ist jetzt häufig der Grünspecht (Picus viridis) zu hören. Er gehört zu den Erdspechten, da er auf der Wiese hocken kann und in der Erde Ameisen herauspickt, seine Leibspeise. Die Spechte sind in verschiedener Hinsicht interessante Vögel und unterscheiden sich von anderen Vögeln. Ihr Flug ist wellenförmig. Sie besitzen einen Stützschwanz und beim Gefieder-Wechsel (Mauser) werden daher zuerst die äusseren Federn des Schwanzes gewechselt, damit die stärksten in der Mitte die Stützung beibehalten. Dies ist genau die umgekehrte Reihenfolge aller andern Vögel. Die interessanteste Frage ist wohl: warum bekommen Spechte keine Kopfschmerzen? Die Evolution hat sie mit einem Stossdämpfersystem versehen. Dies sind Muskeln, welche sich entgegen der Schlagrichtung des Schnabels vorspannen lassen. Diese Muskeln fangen die Stosswellen ab und dienen als natürliche Federung. Die Zunge der Spechte kann um das 4-fache herausgestreckt werden, ausserdem ist sie mit Widerhacken versehen, um in tiefen Löchern Insekten und Ameisen zu finden. Um die Kraft zum Hämmern überhaupt aufwenden zu können braucht es starke Halsmuskulatur.
Auf dem Video oben hört man zuerst das Männchen rufen. Danach sieht man das Weibchen die Nahrung hervor würgen und füttern. Der Stützschwanz kann gut beobachtet werden.
